Telkom Kenya

hier hat es in letzter zeit sehr viel regen gegeben. da die erde sehr trocken war, konnte sie gar nicht so schnell all die wassermassen aufnehmen. so ist auch in unserer straße eine steinmauer eingefallen. nun, wenn hier eine wand einstürzt ist das genau so spannend, wie wenn in china ein sack reis umfällt. aber nicht für mich, wenn diese mauer meine telefonleitung mitreißt und zerstört. habe gleich bei telkom kenya angerufen (per handy, für die die mitdenken) und sie waren auch gleich in der nächsten woche da. aber nicht wegen meiner leitung, sondern wegen der leitung des schwedischen botschafters, der in unserer straße wohnt. ich habe die jungs gerade noch bei ihrem abzug aufhalten können und sie mit einer kiste sodas bestochen zu bleiben. sie haben zu viert die leitung repariert und ich habe die kiste mit cola usw. besorgt. als wir da so standen und der erste seinen flaschendeckel auf den boden fallen lie?, habe ich ihn gleich darauf aufmerksam gemacht, dass er doch sein land sauber halten solle. seine reaktion war nur: WHAT? so verlief es auch bei den anderen dreien. ich sehe hier oft leute, die sachen aus dem autofenster schmeißen und ich denke, sie machen das ohne einmal darüber nachzudenken. städtische mülleimer gibt es sehr selten. in deutschland dagegen ist alles voll damit, gut einige brennen und die anderen wurden umgetreten, aber es gibt sie. ich gebe meine mission, eine von vielen, nicht auf, um ein wenig ordnung in das land zu bringen. vielleicht reicht es ja bald zum friedensnobelpreis???

1 Kommentar »

  1. JKE Said,

    Dezember 11, 2006 @ 22:49

    Das statement kann ich so 100% unterschreiben.

    Das Problem in Kenia mit dem Müll ist, dass die Menschen bisher nur organischen Müll gewöhnt waren, und jetzt durch die Verbreitung von Konsumgütern nicht wissen wie sie damit umzugehen haben. Sie wissen es einfach nicht besser und kümmern sich auch nen Dreck (pun intended) darum.

    Aber statt die Leute dafür zu mobilisieren - wie es ja sinnvoll wäre - kann man auch einfach (relativ) die Produkte dahingehend ändern, dass sie als Abfall nicht mehr irgendwo die Umwelt verstopfen, sondern als biologischer oder technischer Nährstoff im Kreisverlauf verbleiben. Dies erreicht man zB dadurch, dass Kunststofftüten aus einem Material bestehen können, das sich dann im Laufe der Zeit zersetzt.
    Die Leute (nicht nur in Kenia) können dann weiterhin ihre alten Angewohnheiten beibehalten (die man ja eh nur mühsam ändern kann) und stattdessen werden ihnen Produkte an die Hand gegeben, mit denen sie keine Fehler machen. Aber genau diesen Ansatz in der Umweltpolitik (nennt sich übrigens “Konsistenzstrategie” = Kompatibilität der Qualität und Quantität eines Stoffwechsels zwischen der Techno- und Ökosphäre) müssen die Hersteller erst noch richtig begreifen. Letztendlich entscheiden die Herstellungskosten - und da ist eine simple Plastiktüte, ein metallener Kronkorken mit Gummierung innen oder auch eine normale Batterie (alles Dinge die hier achtlos weggeworfen werden) immer noch günstiger als ein öko-effektives Alternativprodukt. Noch! :-)

    (sorry, is nur mein Lieblingsthema :-)

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