Alltag im Internat

Nairobi, Kenia "Habt ihr eine Waschmaschine zu Hause?" " Wenn mein Vater im Radio die Nachrichten hören will, müssen wir den Fernseher ausschalten, sonst klappt der Strom zusammen." "Ich habe in den Ferien ganz viel im Garten angepflanzt, aber es ist nichts gewachsen, denn es war entweder zu trocken oder die Ziegen haben´s aufgefressen…" "Habt ihr auch Schlangen im Garten?" Die Tischgespräche hier im AEM Hostel, dem christlichen Internat in Nairobi, sind gerade für deutsche Besucher amüsant. Wieso sollte man keine Waschmaschine zu Hause haben? Wieso sollte das Stromnetz zusammenklappen, wenn zwei Geräte gleichzeitig laufen? Wieso nicht einfach den Garten mehr gießen, damit was wächst? Unsere 14 Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren kommen, wie man hier sagt, aus dem "Busch". Da läuft vieles anders und sehr viel einfacher als in der modernen Großstadt Nairobi. Die Eltern arbeiten in Tansania, Malawi, im Sudan und im ländlichen Kenia, weit weg von jeglicher deutschen Schule. Deshalb wohnen die Kinder und Jugendlichen hier im Internat um die nahe gelegene deutsche Schule besuchen zu können und ihren Schulabschluss zu machen. Einfach ist es sicher nicht, die eigenen Kinder so weit weg von zu Hause zu haben und so wenig an ihrem Alltag teil haben zu können. Und auch die Kinder und Jugendlichen haben öfters mal Heimweh und zählen die Tage bis zu den Ferien. Jeder hat so seine eigene Zählweise wie z.B.: "Es sind noch 4 Wochen und 17 Tage bis zu den Ferien." Das klingt für sie schon besser als 6 Wochen und 3 Tage. Wir wollen euch ein wenig von unserem Alltag erzählen: Vormittags erledigen wir – das sind Harry und Marielle Dick (Hauseltern), sowie die Jahrespraktikantin Isabel Braun – den wöchentlichen Großeinkauf, den Gemüse- und Obsteinkauf auf dem Markt, die unumgänglichen Behördengänge und sonstige Büro- und Haushaltsarbeiten. Nach dem gemeinsamen Mittagessen steht die Hausaufgabenzeit an, wo wir gelegentlich helfen und Fragen beantworten. Dreimal die Woche gibt es abends eine Andacht, in der verschiedene Themen behandelt werden. Freitags findet der Teeniekreis und die Jugendstunde statt. Das Wochenende ist meist ausgefüllt mit den verschiedensten Aktionen. Letztes Wochenende z.B. wurde unser Fischteich im Garten gereinigt und kommendes Wochenende werden wir Lydias 18. Geburtstag feiern. Das Leben hier ist abwechslungsreich und herausfordernd. Bitte betet für ein gutes Zusammenleben und Geduld im Umgang miteinander! Betet auch für die Eltern, die als Missionare mit verschiedenen Missionsgesellschaften in Ostafrika arbeiten und für die Jugendlichen hier im Internat, sowie für uns Mitarbeiter. Harry und Marielle Dick, Isabel Braun